Robb & Pott – once upon the wings 2016

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Robb & Pott sind zwei umtriebige Musiker aus der Psych/Spacerock-Szene: Robbi Robb (u.a. Tribe after Tribe, 3rd Ear Experience), kommt aus Kalifornien und Paul Pott (u.a. Space Invaders, Zone Six, The Hausfrauen of Death) lebt in Hessen.

Die beiden lernten sich auf dem Burg Herzberg Festival kennen, als dort Tribe after Tribe spielten. Aus dieser Freundschaft entstand ihr gemeinsames Album „once upon the wings“. Der Umstand, dass beide weit auseinander sind, ist heutzutage kein Hemmnis. Paul nahm im Home-Studio Bass und Schlagzeug auf, die Files wurden nach Kalifornien geschickt, wo Robbi dazu seine Gitarre einspielte. Außerdem gibt es auf dem Debüt des Duos noch ein live aufgenommenes Stück; es ergab sich, als „3rd Ear Experience“ eine Europatour unternahm.

Die viele Instrumente beherrschenden Jungs bringen auf ihren Debüt umfangreiches, vor allem können sie auch melodiös Singen. Sehr bestechend ist die musikalische wie stylingtechnische Gesamtsicherheit beim Griff in die Psych-Space Mottenkiste, die auf viel Grooves und Percussion-Soundeffekte setzt.

Der Opener „Flesh`n Steel“ kommt mit schönen Echo-Effekten, das seine Dramaturgie immer mehr aufbaut und sich zu einem Gitarrenspielklimax allererster Güte steigert. Die Coverversion „Grass“ der 60s-Psychedelic-Band „Sam Gopal“, des malayischen Talpa Spielers mit Lemmy Kilmister. Ein Schwebesong und sehr ausufernd. Integriert ist ein Ausschnitt aus einem Gedicht der südafrikanischen Lyrikerin Ingrid Jonker, die 1965 im Alter von 31 Jahren freiwillig aus dem leben ging. „Prophecy #1“ eine sechzehminütige Orgie aus flirrenden Gitarren und fiebriger Elektronik über einer dichten Rhythmussektion. Es schiebt, verzehrt immer mehr, steigert und fällt im Tempo. Für meinen Geschmack das Highlight des Albums! „Looney Toon“ mit Hawkwind-Sprengseln, „Robb & Pott“ bringen hier einen verspielten Rhythmus mit weiteren Leckereien. Eine mehr spaßige Nummer die zum ernsten Spacerock ausartet. Das abschließende „Space Ear“ mit Mellotron-Harmonien im groovigen Rhythmus, ehe die immer weiter in den Vordergrund tretende Bassriffs dazu kommen, alles ist immer in Bewegung, immer im Lauf. Die Nummer schiesst förmlich durch die Decke mit dem Zusammenklang beider Stimmen. Kompisotorisch ist das Stück 1a. Der Name bezieht sich auf ihre zwei Hauptbands mit denen sie sonst unterwegs sind. Ein berauschender Abschluss im vollen Flug.

Das Debüt der beiden ist sehr überzeugend und Liebhaber von psych-spacerockigen Klängen ist rundum gelungen und sehr zu empfehlen.

Erschien am 7. Juli 2016 via Nasoni Records auf CD. Das Blue-Vinyl mit 300 Stück erschien am 28. September 2016.

nasoni

Line-up:
All instruments and vocals by Robbi Robb & Paul Pott except
voice on „Grass“ by Amritakripa
Drums on „Prophecy #1“ by DNS GKL
Synthesizer on „Prophecy #1“ by Joshua Adams

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Tracklist:
01 – Flesh`n Steel (6:16)
02 – Grass (11:13)
03 – Prophecy #1 (16:48)
04 – Looney Toon (5:36)
05 – Space Ear (5:48)

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