Zement – Zement:Werk 2016

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Der Zement ist nicht irgendein graues Pulver. Er ist die Grundlage für modernes, ideenreiches Gestalten und für kreative Konstruktionen. Auch die Band „Zement“ aus Würzburg ist nicht irgendeine Formation, sondern bestechen durch kreative Konstruktionen. Der Entstehungsprozess ist präzise konzipiert. Das Vergangene ruht um Neues zu suchen. Krautrocker sind Hippies aber selten Blumenkinder, dafür sind die gesellschaftlichen Utopien heute doch anders.

Blumenkinder sind „Zement“ scheinbar nicht, denn aus Blüten wird süßer Nektar generiert. Was die zwei interessiert, zumindest auf diesem Debütalbum, ist das, was sich im Wurzelwerk darunter befindet, nämlich Ton, Kalkstein, Eisenerz, Sand und Gips. Darauf wachsen selten zarte Blumen. Mit diesen Stoffen werden Städte und Industrieanlagen gebaut. Der Mörtel, der hier angerührt wird, kommt mit kristallinen Collagen, bizarr, abstrakt und eindringlich.

Sie streuen dezente Synthie-Effects ein, ziehen an den Keyboards die Regler rauf und runter, drehen nicht vorprogrammierte Knöpfe hin und her. Sie spielen das Schlagzeug und die Gitarren in einer verspielten, fast „kumpelhaften” Art, die es dem Hörer ermöglicht, sich in der Musik zu vertiefen, oder zumindest Baustücke für sich mit nach Hause zu nehmen. Diese fünf elementar betonten Kompositionen kommen in grooviger Attitüde und machen den kompletten Hörgenuss zu einer abwechslungsreichen Materialkunde. Nicht wie ein billiger und bröckelnder Plattenbau, sondern direkt und dreist.

Bereits der Einsteiger „Ton“ zeigt die fünf Mineralien, aber ohne doppeldeutige Erklärung. Das kontinuierliche Klangspektrum der Gitarre erzeugt Schwingungen in gleicher Frequenzlinie mit kurzzeitigen Anschlägen. Die Grundtöne sind sehr stabil gehalten. Gitarrensoli und Keybords durchbrechen akzentuiert die Harmonie. Das folgende „Kalkstein“ wirkt im Thema kühler, wie auch das Material. Die Instrumentierung hat einen tieferen Tonfall, eher abwartend aber doch variabel im Verlauf.
Im Gemenge von „Eisenerz“ wirken die Instrumente wie Backenbrecher beim zermahlen, als würde das Stück in kleinste Bestandteile zerlegt. Ein zerkleinern und filetieren durchzieht die musikalische Umsetzung. Man hört die Werksaggregate förmlich arbeiten im immer dichter werdenden Soundgewebe. Das minimalistische „Sand“ bringt die Vielfalt locker wie die kleine Korngröße des Sediments, fein und offen durch Reibung gerundet. Ein vorsichtiges Abtasten der Instrumente. Auflockernde oder oszillierende Gitarrenklänge schweben ein und aus.
Der letzte Track „Gips“ ist weiß oder kann durch Zusätze farbig werden. Ein Verfestigen findet hier nicht statt. Die Töne wirken geschmeidig, als würde ein Stuckateur an der Keyboardarbeit stehen. Der Hall ist trocken und doch weiträumig im fortlaufenden Rhyhtmus. Die Grundierung wird überlagert mit bedächtigen Tönen und wiederkehrenden Strukturen, die das Gemisch bis zum Ausklang bindet.

Es ist ein rundes und spannendes Debüt dieser Würzburger Band. Der Sound ist im rhythmischen Geflecht eingefangen und wird gekonnt ineinander verwoben. Die fünf Stücke erzeugen eine greifbare Atmosphäre.

Erschien am 21. Oktober 2016 via Sunhair Music (Nr. 0020) in limitierter Auflage von 150 handnummerierten Kopien auf silberfarbenem 180 Gramm Vinyl! Inklusive Poster und Download Card und 150 handnummerierten Kopien auf schwarzem 180 Gramm Vinyl! Inklusive Poster und Download Card!

This album was recorded live in one room.
Recorded & mixed by Marcus Schnitzler at Far-Out Studios in Reutlingen im Januar/Februar 2016.
Mastered by Eroc.
Artwork by Fabian Götz.

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Line-up:
Christian Büdel & Philipp Hager

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Tracklist:
01 – Ton (9:07)
02 – Kalkstein (10:19)
03 – Eisenerz (9:53)
04 – Sand (9:56)
05 – Gips (8:49)

Zement – Bandcamp


 

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