Cojones – Resonate 2016

cojones-cover

Das dritte Studiowerk der kroatischen Stoner-Rock Band Cojones, lässt die Hörwindungen in wohligen Resonanzen mitschwingen. Bei satten Gitarren- und Gesangsarrangements, lassen sich feine Aspekte des gesamten Longplayers ausmachen. In der Tat ist der Titel des Werkes auch Programm und steht nicht grundlos auf dem kunstvoll gestalteten Albumcover.

Nach der Split-EP mit Umor aus dem Jahr 2007, den beiden Studio-Alben „Sunrise“ 2009 und „Bend To Transcend“ von 2012 sowie einer Live-Scheibe „Live in Jena: Black Night“ von 2013, ist „Resonate“ nun die dritte Studioproduktion zum zehnjährigen Bestehen der Band.

Das Album ist mit den acht Songs sehr dynamisch. Im leichten Vorspiel von „Providence“ kommt der Einstieg. Es folgt ein unverwechselbar antreibender Gesang, der durch satt drückende und furiose Riffs sowie von präzisen Drums und der wummernden Bass-Arbeit, komplettiert wird.
Weiter geht es mit dem stramm rockenden „Wait a While“, das ziemlich rasant und schnörkellos losfetzt. Diese Soundwand führt „Origin of Fire“ weiter, und vermittelt den Eindruck, dass Bojan, Nenad, Gordan und Stanislav Mahal sich über Notengrenzen hinweg setzen wollen. Dann treibt „Opium“ heran, das vollständig ausrastet. Wie eine Dampfwalze rollt das Bass-Gewitter durch die Boxen und würde wohl selbst unser schönes Alpenmassiv erzittern lassen.
Mit „Rocker“ brettert man den nächsten Berg hinauf. Die heftigen Gitarrenwolken, die einem da entgegen kommen, lassen kaum noch Lichtstrahlen durch.
„Build a Home“ schaltet dann ein wenig den Gang runter, geht aber nichts desto trotz unter die Haut und treibt Freudentränen in die Augen derer, die wahren Rocksound zu schätzen wissen. Das längste Stück „Pilgrimage“ ist eine andauernde Berg- und Talfahrt. Die darin enthaltenen Momente wirken sehr abwechslungsreich und hypnotisch.
Der würdige Abschlusstrack „Resonate“ strotzt nur so vor Ideen und lässt viel Raum für gegensätzliche Stimmungen. Die immer wieder glänzenden Vocals von Bojan und Gordan passen vorzüglich zur Musik. Es schwingt an allen Ecken und Enden und die greifbare Energie, die alle Songs umschliesst, fällt besonders auf.

Der kroatische Vierer ist mittlerweile zur Speerspitze der heimischen Szene heran gewachsen. Ergänzend zum tollen Songwriting ist die Scheibe auch soundtechnisch einfach nur erstklassig und unterstreicht den spielerischen Groove der Band. Weder zu rau noch zu glatt, ist es eher ein direkter und gnadenlos guter Gitarren-Sound sowie ein treibender und in der Masse verzerrter Bass. Das ergibt einen wirklich tollen Sound, der genussvoll und verstärkend das Hörerlebnis anregt. So bleibt mir nur zu sagen, das diese Scheibe einfach gehörig Spass macht.

Erschien am 2. Dezember 2016 via PDV Records / Panta R&E als Vinyl und CD.

Line-up:
Nenad Mandić – Guitar
Bojan Kocijan – Guitar and Vocals
Gordan Tomić – Bass and Vocals
Stanislav Muškinja – Drums
Miro Ćosić recorded drum tracks on „Rocker“

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Tracklist:
01 – Providence (4:20)
02 – Wait a While (3:46)
03 – Origin of Fire (3:56)
04 – Opium (5:21)
05 – Rocker (3:21)
06 – Build a Home (4:24)
07 – Pilgrimage (6:09)
08 – Resonate (3:45)

Cojones – Bandcamp


 

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