ALPHA NORD (fka L.A.Sued) – Live at PsyKA Festival Vol. 3 2016

cover

„ALPHA NORD“ ist eine Zusammenarbeit von vier Freunden, die Freude am Nervenkitzel der improvisierten Musik haben. Jede Show bringt eine neue Erfahrung und beinhaltet die vielfältigen Einflüsse und Erfahrungen jedes Einzelnen. Niemand weiß wohin die Musik gehen wird und von Psych zu Kraut kommt alles vor. Damit wollen sie in erster Linie einfach nur Spaß haben.

Auf diesem Live-Album wird über die gesamte Strecke einiges an Überraschungen mit jeder Menge Abwechslung geboten. Es beherrschen ausschließlich atemberaubend schöne Töne die Szenerie. Eine phänomenale Leistung, die wieder einmal die Frage aufwirft, warum von dieser großartigen Musik verhältnismäßig viel aus Deutschland kommt?
Die Antwort: Bei uns wird speziell in dieser Klangkunst sehr vielfältig experimentiert. Das Ziel besteht gerade hier nicht in einer willkürlichen Vermischung, sondern in der Bändigung durch hohe Formkunst. Das Ergebnis: Ein großes Spektrum, das mit minimaler Dominanz eines Themas auskommt.

Bereits der Opener „A1“ ist eine sphärische Klangcollage, die sehr sachte und langsam die Spannung aufbaut. Es blubbern die Elektronen, Töne erscheinen, verschwimmen, drängen sich nach vorne und verschwinden wieder. Die Keys untermalen mit zarten Tasten zur schwindligen Gitarre. In der achten Minute gibts einen Ausraster und es geht über in einen anderen Stimmungswechsel.
„A2“ zündet mit einem funkigen Grundrhythmus. Es entwickelt sich weiter zu einem locker groovenden Stück. Die Keys klingen anders, als würde Stevie Wonder mitspielen. Das Tanzbein kann dabei mitswingend zum Einsatz kommen..

„B1“ treibt im sachtem Beginn, das zu einem langgezogenen, fast schon hypnotischen Instrumentalteil ausufert. Es erinnert mich ein wenig an die Doors, mit der Orgel von Ray Manzarek, die solche Strecken auch gern eingebaut haben. Die Stimmung die dabei aufkam war schon phänomenal. „Alpha Nord“ kann das aber auch recht locker.
„B2“ startet ebenfalls mit einem funkigen Grundthema, in dem die Keys und die vertrackte Gitarre zu locker geschlagenen Drums ihr Unwesen treiben. Die Komposition kommt nach neun Minuten fast zum erliegen. Es treiben nur noch leichte Instrumente ein. Etwas später ziehen die Akkorde wieder an und die rockende Komponente wandert langsam in den Vordergrund. Mehrfach gewinnt diese Steigerung an Dynamik und Dramatik.

Die beiden „Bonus Track #1 und #2“, die es nur auf Bandcamp zu hören gibt, sind etwas experimenteller geraden und werden dadurch zu besonders starken Nummern.
Die Stücke treiben und grollen, Solis flocken wie ein nahendes Unwetter durch den Sound. Der 4/4-Takt bestimmt Abschnitte des ersten Bonustracks, die aber wieder abbrechen und dem Experiment verfallen. Im zweiten groovt das Schlagzeug und das Keyboard gegen einander. Nach und nach greift die Gitarre dazwischen und liefert sich ein Duell. Die Jungs haben es drauf, das hört man.

Etliche Keys-Kaskaden, flirrende Gitarrenexkursion und experimentelle Rhythmik bestimmen diese Session. Federleicht schwebt man auf den Soundwellen durch die Nummern. Auf der einen Seite harmonisch, dann aber wieder komplett einbrechend. Eine vibrierende, mehrschichtige und detailreiche Instrumental-Welt wird hier geboten.

Erschien am 6. Dezember 2016 via Bandcamp, das Vinyl erscheint bei PsyKA Records.
Aufnahmen vom PsyKA Festival Vol. 3 in Karlsruhe am 2. Oktober 2016. Mastered by Eroc.

logo
PsyKa flyer

Line-up:
Chris Cacavas – Keys, kaos , mayhem.
Filippo Costanza – Bass, loops
Oliver van Thiel – Drums, pigs
Stv Gar – Guitar

alpha-nord-band

Tracklist:
A1 – (13:07)
A2 – (6:29)
B1 – (7:34)
B2 – Opium (16:20)
Bonus Track #1 – (16:30)
Bonus Track #2 – (9:23)

Alpha Nord – Bandcamp

PsyKA-Alpha Nord Live – Bandcamp


 

Advertisements