Wight + Kes im Sunny Red 28.12.2016

wightkes-2

Ein feines Jahresabschlussprogramm wurde uns wieder einmal im Sunny Red geboten. „Wight“ aus Darmstadt mit ihrer Neuausrichtung im Sound, die wir Live unbedingt hören wollten und „Kes“ die Instrumental-Prog-Stoner-Band aus Istanbul, gaben sich die musikalische Ehre. Sie geben bis 7. Januar 2017 noch Konzerte in Deutschland und der Schweiz. Die Tour wurde von „Sound of Liberation“ organisiert.

Der Hauptakt „Wight“ kommt groovig mit Funk durchsetzt, im Fusion-Stoner-Rock der siebziger Jahre. Die Band: René Hofmann (Vocals, Guitar, Keys), Peter-Philipp Schierhorn (Bass), Thomas Kurek (Drums), Steffen Kirchpfening (Percussion).
Musikalisch setzten sie zunächst auf sehr düsteren, harten Rock, angesiedelt zwischen Doom und Stoner. Das änderte sich – „Wir sind funkiger und progressiver geworden“, gibt Hofmann unumwunden zu. „Ich höre in letzter Zeit viel Weather Report, Herbie Hancock oder Mahavishnu Orchestra“, beschreibt er seine momentanen Vorlieben.
Die musikalische Richtung hat aber auch mit den zwei neuen Bandmitgliedern zu tun. Für Kluck übernahm im vergangenen Jahr Thomas Kurek das Schlagzeug und Steffen Kirchpfening stieß als Perkussionist dazu. Das neue Album und ihre Konzerttour zeigt den neuen musikalischen Weg, den die Band nun beschreitet.

Am Merchstand trafen wir einen sehr gut gelaunten René. Er mußte fast schon die letzten Vinyls einsammeln, denn es sind schon viele vergriffen. Vom schönen Blauen sind die letzten Exemplare mit dabei. Also hieß es für uns „Sofortkauf“! Es erfolgte promt der Zuschlag für zwei blaue Scheiben, denn die zweite Auflage kommt demnächst nicht mehr im feinen Klappcover.

Auf Nachfrage von uns, nach dem eigenen Lieblingsauftritt von gesamten Jahr, war er immer noch begeistert vom eigenen Auftritt und dem ganzen Drumherum, auf dem Burg Herzberg Festival 2016. „Es war der Hammer, die Stimmung himmelschreiend gut“, entnahm ich seiner Aussage. Auf einen Auftritt beim Freak Valley Festival würden sie sich natürlich auch sehr freuen.

wight-1     wight-2

wight-3     wight-4

Wegen „Wight“ sind wir gekommen, deshalb fange ich auch gleich mit ihrem Auftritt an. Ihre Musik besitzt jetzt uneingeschränkten Partycharakter und verbreitet unheimlich gute Laune. Nach einem herzerfrischenden Intro, kommen Tracks wie der groovige Opener „Helicopter Mama“, das relaxte „The Muse And The Mule“ und die Afrobeat-Attacke „Kelele” mit Swahili Gesangslinien, was soviel wie „Lärm“ bedeutet. Sowas kenne ich aber auch anders, darum ist mir diese Art von „Lärm“ viel lieber.
Wenn eine solch junge Band auch noch mit Songs wie dem entspannten „Biophila Intermezzo” und dem Abwechslungsreichen „The Love For….” aufläuft, dann fallen Freudentränen. Es folgt noch der brandneue Song „Hot“ den Rene in Indien komponiert hat. Der erste Textpart steht und er mußte deshalb die Strophe wiederholen. Aber das musikalische Konzept dazu geht gut ab. Dieser Song kommt sicher auf die nächste Scheibe, denn er besitzt ein verdammt „heißes“ Hitpotenzial.
Mit „Grinder“, aus der „British Steel“ Ära und einem Priestsong schlechthin, brettern sie nochmal so richtig los. Diese Coverversion kam dazu auch beim Puplikum sehr gut an. Bei dieser großen Vielseitigkeit, kommt man nicht umhin, von einer ganz großen Hoffnung im Rock-Bereich zu sprechen. Durch mächtig viel Spannung köchelt die Stimmung stets auf Anschlag. Jedes Stück mit seinen unterschiedlichen Passagen wird so dargeboten, das einem nie langweilig wird. Die Begeisterung kannte am Ende keine Grenzen mehr.

Unser Freund Andy Weimann, stellt uns für diesen Bericht seine Photos zur Verfügung. Dafür sind wir ihm sehr dankbar.

wight-5     wight-6

wight-7    wight-9

wight-8    wight-lp

Die Vorband „KES“, wurde im Jahr 2012 von Mehmet Demirdelen (Drums), Cenk Turanlı (Bass) und Emre Kula (Gitarre) gegründet. Inspiriert von Meshuggah, Metallica, Tool und heimischer Musik, spielen sie zum ersten mal Deutschland.

kes

„Kes“, lieferte im Track „Hak“ vom ersten Moment an Gitarrenriffs mit schwer gezupften Bassnoten. Der bedrohliche Unterton der Gitarren-Interludes baut Schritt für Schritt auf und kommt in den letzten Minuten zum pulsierenden Abschluss. Der Kontrast ist dagegen „Dirt“ und „Oda“ die etwas östliche und psychedelische Töne bringen. Harte und sanfte Beats wechseln sich ab, eine wahre Freude beim zuhören. „Nevroz“ bietet dagegen den groovigen hypnotischen Beat im Sound. Mir gefällt, wie der Bassist Cenk Turanlı die Saiten des Instruments mit dem Handballen der Anschlaghand abdämpft. Die bespielten Saiten werden so am freien Schwingen gehindert, wodurch er den kurzen, perkussiven Klang erzeugt. Das gute Beispiel ist der Track „V“ aus ihren Album „Kamlama“, das übrigens sehr zu empfehlen ist.

kes-lp

Insgesamt war es ein erstklassiges Konzert beider Bands! Am nächsten Tag ging es für die Jungs weiter nach Würzburg um die nächste Sause im „Immerhin“ hinzulegen. Wer also die beiden Bands bis jetzt verpasst hat, sollte sich im neuen Jahr aber nun unbedingt zum Rest der noch ausstehenden Konzerte ihrer Deutschlandtour aufmachen. Der Weg lohnt sich auf jeden Fall.


 

Advertisements