Deaf Radio – Alarm 2017

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Das Debütalbum der Athener Stoner/Desert Rock Band „Deaf Radio“, generiert sich aus dem Staub der heißen Landschaft von Athen und der Wüste von Palm Desert. Es ist ein Album für diejenigen, die mehr als 30 Jahren von Josh Homme, zuerst mit Kyuss und dann mit Queens Of The Stone Age, verwöhnt worden sind. Deshalb wird empfohlen erst einmal ein Bier zu öffnen sowie eine Zigarette anzuzünden, dann ungeduldig den Playknopf zu drücken um die neun Songs von „Alarm“ anzutesten.

In Kalifornien war schon seit der Gründungsphase 1988 von Kyuss immer alles klar worum es geht: Mädels, Tätowierungen, Ruhm und dicke Karren. Selbst jetzt nach fast 30 Jahren hat der Desert Rock-Mythos nicht nachgelassen. Umso erfreulicher ist dieses Debütalbum  von „Deaf Radio“, das man die letzte Zeit so eher gern wieder einmal von „Queens Of The Stone Age“ gehört hätte. Die Songs von „Alarm“ hören sich an, als wären sie in einem freakigen Wüstenhaus aufgenommen. Der basslastige Stoner mir der Simme die auch zufälligerweise an Josh Homme erinnert, erlaubt aus heutiger Sicht einen ungewöhnlichen Blick auf das, was damals in Palm Desert geschah. Über einzelne Songs müsste man eigentlich nicht sprechen. Die Scheibe ist durchwegs gut und zeichnet sich durch eine große Vielfalt an Tempi und Stimmungen aus. Das kommt sehr gut rüber. Wenn etwas für die Musik dieser Band steht, dann ist es ihre ungezügelte Intensität und Ehrlichkeit sowie der Sound, der trocken wie ein Kaktus aus den Boxen rockt.

Mit Volldampf geht es mit dem Opener „Aggravation“ los. Der Song ist schon fast radiotauglich. Gitarrenwände pur, die einem die Schädeldecke aufzureißen scheinen. Die klasse Stimme von Panos schneidet dazu sauber durch. Dann folgt das nicht minder ruhigere „Backseats“, welches zum Ende hin immer schneller wird. Bei „Vultures & Killers“ und „Anytime“ ist der Verlauf interessant, welcher immer wieder hinausgezögert wird. Dann kommt „Flowerhead“, ein Power-Song mit Tempowechsel. In „Revolving Doors“ lernt man Dead Radio von einer ganz anderen Seite kennen, nämlich etwas Psycho in voller Fahrt, die Gitarren drehen bis zum Ultimo auf. Mit „Trapped“ trägt ein Soundteppich davon, der von Gitarre und Drums perfekt gewebt ist. Der Song „Oceanic Feeling“ ist dann nur noch zum genießen und ist ein Song der milden Art. Bei „…And We Just Pressed The Alarm Button“ denkt man in der ersten Minute noch an einen ruhigen Ausklang, aber man wird durch die fast schon beißende Gitarre doch noch durch das Stück getrieben. Er rundet diese Scheibe perfekt ab. Also: 40 Minuten Musik der Extraklasse.

Wer sich bei Kyuss und vor allem bei Queens Of The Stone Age gut unterhalten fühlt, der ist hier genau richtig. Deaf Radio aus Athen legen mit ihrer Art sehr gut nach und liefern mit ihren Depüt einen tollen Einstand ab. Hoffentlich spielen sie auch irgendwann mal live bei uns. Dann nichts wie hin!

Erschien am 9. Januar 2017 via Bandcamp, das Vinyl in Eigenproduktion über die Band.

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Line-up:
Panos Gklinos
Dimitris Sakellariou
Antonis Mantakas
George Diathesopoulos
(Honorary Member : Vassilis Petris)

Music and Lyrics by Deaf Radio
Produced by Deaf Radio, Nikos Triantafillou and Marios Naris
Engineered by Iraklis Vlachakis, Nikos Triantafillou
Mixed by Iraklis Vlachakis
Mastered at Calyx Studios, Berlin (DE)
Recorded at Sonic Playground and Dudu Loft Studios in 2016.
Artwork by Petros Voulgaris

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Deaf Radio – Bandcamp

Tracklist:
01 – Aggravation (3:25)
02 – Backseats (5:06)
03 – Vultures & Killers (4:11)
04 – Anytime (5:03)
05 – Flowerhead (4:33)
06 – Revolving Doors (4:32)
07 – Trapped (3:01)
08 – Oceanic Feeling (4:24)
09 – …And We Just Pressed The Alarm Button (6:06)


 

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