Frozen Planet 1969 – Electric Smokehouse 2017

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Obwohl der Bandname etwas anderes suggeriert, geht Frozen Planet 1969 auf das Jahr 2012 zurück. Die Band kommt aus dem schönen Sydney. Der Mitschnitt effektiver Momente von Jam-Sessions ist ein sehr wichtiger Aspekt für die Band. Es gibt keine vorherbestimmte Mission und keine kolossalen Ideen darüber, wann das Crescendo treffen kann. Noch gibt es irgendwelche Gedanken zur Länge der Songs.

Die Chemie stimmt und ist zwischen den drei Musikern in jedem der fünf Stücke zu hören. Es ist das Gefühl, was diese Platte so lebendig macht. Die Musik bewegt sich und es geliert in allem schwer und psychedelisch. Diese drei Jungs besitzen den scharfen Sinn für das, was eine Jam-Session ausmacht.

Die Sterne der eisigen Ionosphäre der Planeten schimmern. Du allein hörst das Sternenschiff singen, wenn es der oberen gasförmigen Atmosphäre begegnet. Du bist aus dem sanften psychedelischen Schlummer des Kryoschlafes erwacht und fühlst die Hitze des Schiffsrumpfes, während dem empfindlichen Abstieg zum gefrorenen Feld nach unten. Sorgfältig wird der Winkel der Einreise für die Landung berechnet. Die Treppen in Richtung des eisigen Bodens senken sich. Jetzt packe den Pelzmantel und zieh die Kapuze über dein langes Haar, wenn du den frostbedeckten Berg zur ominösen Elektro-Räucherei hinaufkletterst.

Das Tempo beschleunigt mit „Ascendant“, und es beginnt der steile Aufstieg zum heiligen Berg, auf dem das elektrische Rauchhaus liegt. Es ist ein schwer zugänglicher Ort voller Klangträume und mystischer Klanglandschaften. Sich nähern, schneller und schneller, es kommen die ersten Strähnen der Rhythmus-Echos aus den Holzwänden der Räucherei. Das hektische Schlagen der Drums wird durch die pulsierende Welligkeit der Bassgitarre verbunden, die sich tief in die hypnotische Furche gräbt. Je höher der Aufstieg, desto deutlicher werden die seltsamen Geräusche, die man im Hintergrund hört. Aus einer einzigen sechsseitigen Gitarre stammt die Klangsprache. Sie durchdringt das, was wie ein verrücktes Mantra erscheint und wiederholt die innere Tiefe der Psyche.

Schließlich erreicht man den Gipfel, wobei sich die Sehenswürdigkeiten der drei Sonnen des Planeten im Eis spiegeln. Die Musik wird weiter intensiviert und übersättigt mit „Supersaturation“, als die Tür des Rauchhauses öffnet. Der schwere Stau ihrer Instrumente quillt über. Die Gitarre verschiebt sich von sengenden zu schweren Riffs. Dazu erklingen immer wieder schimmernde Akkorde in Echo-Oszillationen. Im kurzen „Shores Of Oblivion“, spielt die Gitarre eine leichte Melodie, während die Drums zwischen Rhythmen und stoischen Understatement wechseln. Bei „Sonic Egg Factory“, gehen die Ohren noch weiter auf. Der Bass spielt den Groove beim längsten Aufenthalt in der Hütte. Egg der Robot tobt in der heissen Power-Station und bringt alles durcheinander bis mit „Pretty Blown Fuse“ entgültig die Sicherung durchknallt. Nur noch verschrobene Töne quellen aus den Instrumenten. Es ist Zeit zum aufbrechen und einpacken bevor die Hütte explodiert. Tatsächlich……!

Auf dem Weg zurück zum Raumfahrzeug denke ich an die Fans von Earthless, die auch eine Reise zum gefrorenen Planeten unternehmen sollten. Sie werden es nicht bereuen, dieses lohnende Wagnis einzugehen. Es wird hier ein großartiges musikalisches Abenteuer geboten.

Erschien am 11. Januar 2017 via Headspin Records / Pepper Shaker Records auf Vinyl in Violett und Black und als CD.

Line-up:
Paul Attard – Guitar
Lachlan Paine – Bass
Frank Attard – Drums

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Tracklist:
01 – Ascendant (12:15)
02 – Supersaturation (7:40)
03 – Shores Of Oblivion (4:49)
04 – Sonic Egg Factory (14:30)
05 – Pretty Blown Fuse (1:41)

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Frozen Planet 1969 – Bandcamp


 

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