Has A Shadow – Sorrow Tomorrow 2017

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Süd- und Mittelamerika ist der neueste Schmelztiegel für fantastische neo-psych-shoegaze-Bands. „Has A Shadow“ aus Guadalajara – Mexiko, ist eine der wenigen bekannteren Bands aus diesem Genregebiet. Mit dem kommenden Auftritt auf dem diesjährigen Liverpool International Festival of Psychedelia, wird ihre Bekanntheit sicherlich noch um einiges zunehmen.

In einem Hagel von fragmentierten Frequenzen, wie das Bellen von Hunden, kommt die Eröffnungssalve mit „Sorrow“. Der Synthesizer schwillt an zur metronomischen Macht der Drums. Gepeinigte Vokalisierungen wirbeln repetitiv im Soundgefüge und stürzen ab wie im rasenden Klang eines Tornados. Welle auf Welle preschen im intensiven Nachhall durch den Äther.
Als nächstes springt „Lord Of Files“ in die musikalische Arena. Die schleichenden Drum Pattern ziehen mit der dunklen Orgel durch den Soundfluss und die Gitarren schlängeln unter dem bedrohlichen Schlag der Bassfrequenzen. Durchtränkt von Wave Flair und unaufdringlichem Nachhall, mäandern der Song durch Strömungen einer intensiven Atmosphäre.

Spur drei, „The Flesh“ pulsiert und gleitet auf wellenförmig dunkler Instrumentierung.  Pochende Basslinien, reverb-geschnürte Orgelattacken, repetitive Percussion, Fuzz-geladene Gitarren und die eindringlich gute Vokalisierung durchsieben alles. Der düster marschierende Rhythmus setzt das Tempo vor tiefen Basslinien. Synthesizer und schnurrende Gitarren runden das Szenario ab.
In Hörweite beginnt „Attack Of The Junkie“. Der Track ist ein treibender psychisch induzierter Behemoth, der keine Gnade kennt. Dort sind es die unruhigen Gitarren und der drückende Bass, im Aufbegehren der klanglichen Vielfalt. Bis die Noten schließlich in einer kolossalen Wand von großartigen Getöse ankommen. Es ist mit hart schlagenden Schall-Intensivitäten gefüllt und prallt heftig in die Ohren.

Bei „Cul De Sac“ entfesseln sequenzierte Synth-Linien einen lärmenden Post-Punk-Schein. Melodiöse Basslinen weben das Klangnetz, dann kommt der schwirrende Nachhall sowie die intensive Vokalisierung und die dunkle bedrohliche Instrumentierung. Gitarren explodieren in einen Strudel des Lärms. Die hypnotisch geladenen Orgellinien packen zu und ziehen den Zuhörer auf und ab zur Achterbahnfahrt.
Als nächstes steht das atmosphärische „Vampire Kiss“ mit schrillen Gitarren an, die tief in den dunklen Dunst von Reverb eintauchen. Es zucken die Bassfrequenzen und donnern die Drums, zu hypnotisch geladenen und eindringlichen Orgellinien.
„Horror Will Grow“ dreht mit repetitiven Drohne in den Tonspuren. Während die Orgel, begleitet von brillianten Gitarren mit schlurfenden Riffs, in eine dunkle Wolke eintaucht, schlägt die Vokalisierung von Garcino eine Bresche durch die menschliche Psyche.

Der vorletzte Track explodiert in einem Strom aus donnernden Drums und fordernden Gitarren. „Not Even Human“ zerschmettert den Widerstand des vorherigen Tracks, indem er eine Kakophonie der verschwommenen Instrumentierung ausspuckt. Garcinos akribischer Gesang hält alles prächtig zusammen.
Der letzte Ansturm folgt mit „World Sensation“, einem treibenden Tier, das auf einer knurrenden Gitarre mit spärlichen Perkussionswellen ruht. Die Orgel erodiert in bunter Vielfalt von Nachhall-Frequenzen mit weiteren beeindruckenden Vocals, bevor alles in sich verschlungen zusammen bricht. Das ist das ultimatives Finale der Schallspuren zu einem rauschenden und musikalischen Höllenritt.

Die Band packt mühelos die Marke des dunklen, rituellen Psych-Blicks, der im Nachhall der treibenden Instrumentierungen überaus durchdringend kommt.
Ihr erstes Album „Sky Is Hell Black“ wurde im November 2013 von Captcha Records veröffentlicht. Jetzt erschien „Sorrow Tomorrow“ bei Fuzz Club Records. Ein Label, das als exquisiter Lieferant für Psych und Shoegazing gelobt wird. Es scheint das „Has A Shadow“ die natürliche und längst überfällige Ergänzung ihrer Liste ist. Die Qualität des Angebots zeigt es.

Es erschien am 18. Januar 2017 via Fuzz Club Records als Black und Red Vinyl.

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Line-up:
Daniel Graciano
Víctor Garay

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Tracklist:
01 – Sorrow (4:05)
02 – Lord Of Files (4:37)
03 – The Flesh (4:36)
04 – Attack Of The Junkie (4:35)
05 – Cul De Sac (3:49)
06 – Vampire Kiss (3:36)
07 – Horror Will Grow (4:21)
08 – Not Even Human (3:09)
09 – World Sensation (4:22)

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Fuzz Club / Has A Shadow – Bandcamp


 

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