Moon Duo – Occult Architecture Vol. 1 2017

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Aus Portlands Alternativ-Szene stammt „Moon Duo“. Sie ist seit Anfang der 1980er Jahre eine der lebendigsten im Nordwesten der USA. Anfang der 1980er Jahre war Hardcore Punk mit Bands wie den Wipers und Poison Idea ein wichtiges Genre. Zur Portländer Rock-Szene gehören ausserdem international bekannte Alternativ-Rock-Bands wie The Mercury Tree, Grails, Red Fang und Cambrian Explosion.

Die Wurzeln des Wortes „Okkult“, stammt von etwas was verborgen ist, sich jenseits der Grenzen unseres Geistes abspielt. Das sechste Album von Moon Duo ist ein psychedelisches Opus in zwei separaten Alben. Volume 1 erschien am 3. Februar 2017 und der zweite Teil folgt im Sommer 2017. Die okkulte Architektur spiegelt die harmonische Dualität, dieser leichten und dunklen Energie, der chinesischen Theorie von Yin und Yang wider und zeigt den kosmischen Einblick in die verborgenen Strukturierungen, die in alles eingebettet sind. Yin und Yang steigen und sinken immer abwechselnd. Nach einer Hochphase des Yang folgt zwingend ein Absinken von Yang sowie ein Ansteigen von Yin und umgekehrt.

Laut des Gitarristen Ripley Johnson kam das Konzept des dunklen/hellen, zweistimmigen Albums als sie die Songs aufnahmen und mischten. Beginnend mit dem Winter und weiter zur Wiedergeburt der Blüte des Frühlings. Es gibt etwas wirklich Mächtiges in den Veränderungen der Jahreszeiten im Nordwesten der USA, vor allem nachdem sie so viele Jahre in der saisonalen Leere von Kalifornien verbrachten. Er interessierte sich damals für die gnostische und hermetische Literatur, besonders die Beziehung zwischen Musik und der okkulten Begebenheit. Dies alles zusammen umreißen die Klänge der okkulten Architektur, die Personifizierung ihrer Musik zwischen Wänden von Fuzz, den motorischen Rhythmen und Momenten der rasenden Gitarre.

Mit dem Opener „The Death Set“ wird diese Vision in ein musikalisches Bild übersetzt. Donnernde Drums stürzen mit der Percussion ab und stranden wie Raketen am Boden.
Das folgende „Cold Fear“ öffnet mit einem dunklen, finsteren Ton – aus gedämpften Drum-Samples herauskommend. Synthesizer Klänge winden den Strom zu einer anderen musikalischen Steckdose, den Wooden Shjips, in der Energie des Moon Duos. Es unterscheidet sich deutlich vom vorherigen Material wie Shadow of the Sun und Circles.
Das Eis von „Cold Fear“ bricht in das angenehme „Creepin“. Es kommt im größeren Klang mit Tempo und einem cha-cha-cha-Klatschen zwischen durch. Ein sehr erfrischender Stimmungswechsel der okkulten Architektur.
„Cross-Town Fade“ mit „Jesus and Mary Chain“ Anleihen, ist definitiv mehr eine feste Faust als eine blühende Blume. Es trägt mehr Spannung mit der Percussion in sich. Der Schlüssel ist ein Offbeat, der zum obskuren Tanzen einlädt. Johnsons Gesang liegt verrzerrt darüber. Der Track ist nicht weit weg von einem 80er Synthpop aber mit etwas mehr Amphetamin als früher.
„Cut of Moloch“ trübt alle sorglosen Vorstellungen ein. Er ist völlig in seiner eigenen dystopischen Landschaft versunken. Gitarren schwirren auf einen Sturm von barbarischen Klanglandschaften. Mit diesem Track wird klar, das die schattige Seite eines Berges zu sehen ist den das Paar in ihren Gedanken trägt. Er stößt in ein Szenario vor, wo sie angegriffen sowie allein und verzweifelt sind.
Die Keyboards und der Synth sind abgetaucht. Das gibt Johnson wieder etwas mehr Raum um mit seiner Gitarre zu experimentieren. Etliche verrückte Töne schallen in „Will of the Devil“ auf die Ohren. Selbst Spaghetti-Western-Klänge tauchen hin und wieder auf. Es ist wie Schlagsahne für die Ohren, die auf Gnade setzt.
Moon Duo beweisen auf dieser ersten Tranche von 2017, das sie alle Stereotypen von Psychedelia transzendieren können. Ihre Musik ist in dieser Art völlig absorbiert. Die Soundwände in „White Rose“ drehen und wenden sich. Sie sind weniger ein Abschiedskuss sondern mehr ein liebenswerter Hinweis zu Volume 2.

Musikalisch markiert „Occult Architecture Vol. 1“ einen Wendepunkt in der Geschichte der Band. In der Tat, wenn dies die Schattenseite von „Moon Duo“ ist, kann ich nur auf einen zuckerhaltigen Psych von „Volume 2“ spekulieren. Dann käme das Blühen wieder ins Leben zurück.

Erschien am 3. Februar 2017 via Sacket Bones als Black und limitiertes Red Vinyl, auch als CD.

Line-up:
Ripley Johnson – Guitar
Sanae Yamada – Keyboards
John Jeffrey – Tour Drummer

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Tracklist:
01 – The Death Set (6:36)
02 – Cold Fear (4:52)
03 – Creepin (4:14)
04 – Cross-Town Fade (7:45)
05 – Cult Of Moloch (7:23)
06 – Will Of The Devil (5:36)
07 – White Rose (10:29)

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Moon Duo – Bandcamp


 

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