Deep Space Destructors – Psychedelogy 2017

Deep Space Destructors

Im modernen Psych-Space Flair, strömt hier eine gehaltvolle finnische Lektion aus der Langrille. Ich mag dieses Vier-Track Format, da es viel Platz für musikalischen Inhalt erlaubt, der sich darin vollständig entfalten kann. Es ist dazu eine angenehme Vorstellung, das diese LP für mich den gewissen Suchtfaktor darstellt, dem ich hier leider nicht entkommen kann.

Es ist ein Seminar für alle, die sich in das Genre vertiefen wollen und für Fans die nicht mehr aus diesen Weiten des Space auftauchen möchten. Dazu präsentiert das Trio „Deep Space Destructors“ nun ihr viertes Full-Length Album „Psychedelogy“ über Space Rock Productions.

Das Album startet mit „Journey To The Space Mountain“ in den Orbit. Elektrisierend und kosmologisch sowie mit der Kraft eines brechenden Raketenantriebs, kommt der Track von der Startrampe. Der Opener wird vertraut sein, da er schon, in einer etwas flauschigeren Variante, auf der „Spring Break From Space EP“ zu belauschen war. Bei der LP Version wird mehr der dynamisch rockende Wind des Space eingefangen und mit einem Schub, der den interstellaren Staub unmittelbar aufnimmt, durch den immersiven galaktischen Wirbel getragen.

Das über zehnminütige „Spacemind“ folgt. Die ruhige Eröffnung bringt den Track in die Spur. Die Spannung im Bass und den Drums sowie die ersten Verse von Jani’s Vocals beschichten wirkungsvoll die Spannung. Nach der zweiminütigen Einführung trifft „Spacemind“ auf noch größeren Gefühlseinfluss. Die Fließfähigkeit dessen, was sie auf halben Weg ausführen, macht „Spacemind“ zu einem besonderen Highlight der Psychedelogy. Es ist wie eine kosmische Erinnerung an ein umfassendes Raumkonstrukt, das eigentlich nicht greifbar scheint. Dieser anspruchsvolle Spaceklang, der mit fliegenden Vocals verebbt und mit dem dreiteiligen Zündstrahler zielstrebig auf den Schluss des Tracks hindeutet, hat sich bis zur allerletzten Sekunde gelohnt.

In Track drei, bringen sie uns mit „Return To The Black Star“ eine weitere Lektion. Das Trio erforscht den kosmischen Rock sowie frühes Material zwischen Hawkwind und der restlichen Galaxie. Es wird zu einem Riffkomet in flüssiger Psychedelica, mit oszillierenden Flimmern im Rhythmus aus Drums und Bass, hintergründigen Vocals sowie der Groove in Gehirn-verschmelzender Gitarrenfusion. Das Solo zieht wie ein Riss durch die Milchstrasse. Fantastisch und verzückend zugleich.

Der letzte Track „From The Ashes“, taucht sofort in den Drumeinsatz hinein und es schwirrt dazu ein Dschungel von Bass und Gitarre daher. Disassoziiert mit den Vocals, wie mit dem Kopf tief am Grund eines schwerelosen Oceans. Schließlich tauchen wir in einer fremden Landschaft auf. Alles schmeckt, riecht und fühlt sich nun, durch einsickernde Sitarklänge, etwas anders an. Der Track läuft in ein herculaneisches Labyrinth von Psychedelica und rundete damit das vierte Triebwerk des Albums ab. Eine Gitarre beendet das Songmaterial mit einem kurz driftenden Notenschweif. Dieser Titel ist ganz feiner interstelarer Zündstoff!

Es gibt keinen qualitativen Unterschied zwischen beiden Seiten des Vinyls. Das Niveau ist gleichbleibend hoch. Die Parameter des weitläufig bespielten Universums, zusammen mit den Vocals, erinnern zwar etwas an Hawkwind. Dazu ist es aber vielschichtig, breiter und die dynamische Bandbreite rückt mehr in den Vordergrund. Diese Fortsetzung präsentiert einige subtile Wandlungen für diejenigen, die bereit sind, „Psychedelogy“ mehrmals anzuhören.

Es erschien am 27. Februar 2017 via Space Rock Productions. Limitierte Edition mit 205 x black – 190 x orange – 130 x green Vinyl.

Deep Space Destructors-Logo

Line-up:
Jani Pitkänen – Vocals, Bass
Petri Lassila – Guitars, Backing Vocals
Markus Pitkänen – Drums

Cosmic friends:
Olli Niemitalo – Black Deck auf Return To The Black Star
Tyhjäpää(Voidhead) – Analog space sounds auf Journey To The Space Mountain
Joonatan Elokuu – Sitar and melodica auf From The Ashes
Matti Murtola – Synths auf Spacemind

Deep Space Destructors-Band

Tracklist:
01 – Journey To The Space Mountain (7:55)
02 – Spacemind (10:38)
03 – Return To The Black Star (7:05)
04 – From The Ashes (12:34)

Deep Space Destructors – Bandcamp


 

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