Electric Moon – Stardust Rituals 2017

Electric Moon-Stardust-Cover

Die elektrische Mondbesatzung kommt mit ihrem neuen Studio-Album „Stardust Rituals“ herangebraußt. Sie haben filigranes und hochenergetisches Material dabei. Auf der Kommandobrücke steht Sula Bassana an der Gitarre, E-Sitar und diversen Keyboards. Im Maschinenraum taktet Marcus Schnitzler an den Drums und in der Leitstelle des Soundschiffes, koordiniert Komet Lulu den Bass, Effekte und den Gesang – ja, richtig gelesen, Vocals von Lulu sind wieder dabei! Lang ersehnt und heiß geliebt, kommt nach dem Sternenstaubservice nun endlich der rituelle Sternenstaubgenuss.

Stardust Rituals ist eine Hommage an den Sternenstaub, aus dem wir alle bestehen und aus dem wir entstanden sind. Und die Band hat recht, denn all die Moleküle, die in unserem Körper zu finden sind, gäbe es ohne Sterne oder den daraus entstandenen Elementen der Sternexplosionen nicht. Aus diesen Überlegungen heraus entstanden somit die Texte, die Lulu gedanklich und verbal mit einfließen lässt. Das Mellotron, die Sitar und Overdups bringen in der vielschichtigen Instrumentierung den entscheidenden Unterschied zu ihren früheren Alben. Alles zusammen ergibt einen tiefen Einblick in unsere Seele. Aber Electric Moon will kein Psychatrie-Trio sein, auch keine Astronomen! Sie wollen alles umfassend durch ihre Musik einwirken lassen und das machen sie herausragend gut.

Das neue Meisterwerk enthält vier Tracks. Wobei „Stardust (The Picture)“ bereits aus dem Jahr 2014 stammt, dort als instrumentale Live-Version zu hören war und in der neuen Version nun deutlich verfeinert wurde. Die Studioarbeit kommt aber auch bei den anderen drei Songs zum tragen, was den Unterschied zur Live-Interpretation ausmacht. Alles wirkt noch stimmiger, durchdachter, wird mit unterschiedlichen Instrumenten feingewebt und ist locker sowie leicht in allerfeinste Melodiebögen eingebettet. Natürlich zieht Sulas Gitarre wie intonierte Supernovae durch die dröhnenden Passagen. Aber so muß es beim elektrisierenden Erdtrabanten auch sein, sonst wäre der gesamte Spannungsfluß im Mondgestein zu niedrig. Somit kann die Reise in die Tiefen des Kosmos, durch alte Mythologien und auch in das innerste Selbst beginnen.

„The Loop“ öffnet mit feiner Orgel und hört sich mit der schwerelosen Stimme wie ein dreidimensionales Organum an. Die leichten interstellaren Vocals von Lulu kommen im verträumten Unterton. Dann macht sich Sulas Gitarre breit und pflügt majestätisch, mit gravitationsbeladenen Saitenklängen, durch den Acid-Space-Kosmos. Aber wie! Schallwelle um Schallwelle folgt und die Notenpracht setzt sich unauslöschbar im Trommelfell sowie den akustisch internen Nervenzellen fest.

Die folgende Spur „Stardust (The Picture)“ gab es in anderen Formen auf Live-Alben (Theory Of Mind & Mind Explosion) aber der klangliche Korpus wurde überarbeitet und mit Overdubs und Vocals versehen sowie angereichert. Mit einem fast Kathedral-ähnlichen Bass geht es in den Track. Die verzerrte Fuzz-Gitarre von Sula schwirrt herein. Kometenschweif-behaftete Vocals von Lulu sickern durch und begleiten die Songflugbahn. Der Track wächst und entwickelt sich zu einem ureigenen Electric Moon Jamfest. Die Gitarre webt gekonnt umspannende Muster in den majestetischen Raum. Eine wirbelnde und trance-artige Derwisch-Rotation entfaltet sich im neuralen Unterbewusstsein.

Mit grooviger E-Sitar und pulsierender Bassline schwirrt „Astral Hitch Hike“ in den Gehörgang. Ein östliches Motiv gedeiht sehr entspannt in dieser Oase der Glückseligkeit. Die fein nuancierte Stimmung transkribiert sehr gekonnt die östliche Klangästhetik. Sie pulsiert in diesem akustischen Sonnenstrahl ohne trügerische Schatten.

Die B-Seite bringt das zweiundzwanzig Minuten Opus „(You Will) Live Forever Now“. Die E-Sitar baut eine sehr beseelte Atmosphäre auf. Vocals und Bass-Linien wachsen kristallklar darüber und reichhaltige Gitarrentöne bringen die spacige Färbung dazu. Der weit gefächerte Fuzz erscheint und ergänzt die Stimmung in kraftvoller Verzerrung. Dieses Tongemälde gibt den Platz frei für elektronische Effekte. Es durchstreifen immer wieder hypnotisch getränkte Gitarrenlinien das großartige Kunstwerk, an dem man sich einfach nicht satt hören kann!

Die leichte Veränderung im musikalischen Ansatz zahlt sich aus! Die Vocals und das Entspannte und Spannende darin, verzaubern das gesamte Hörerlebnis. Electric Moon machen keine halben Sachen. Die Rückkehr zur Studioarbeit und der weit ausschweifende intonierte Blick haben sich vollends gelohnt. Musikalische Einflüsse spare ich mir, die Band ist längst allen Schematas enteilt. Dieses Album wird schon jetzt ganz weit oben in unserer Bestenliste 2017 stehen!

Erschien am 7. April 2017 via Sulatron Records auf CD. Das Marbled Vinyl erscheint am 2. Juni 2017 mit 1000 Stück. Aufgenommen, gemixt und produziert von Sula Bassana, gemastert von Eroc. Das wunderschöne runde Cover-Bild wurde von Eriko@Mont Doom Design in Italien gemalt und von „Lulu Artwork“ für das finale Coverdesign in Form gebracht.

sulatron_logo-neu

Moon-Logo

Line-up:
Sula Bassana – Gitarre, E-Sitar, Orgel, Mellotron, E-Piano, Effects
Markus Schnitzler – Drums
Komet Lulu – Bass, Vocals, Effects

Electr-Band

Tracklist:
01 – The Loop (8:06)
02 – Stardust (The Picture) (10:14)
03 – Astral Hith Hike (4:41)
04 – (You Will) Live Forever Now (22:41)

Electric Moon – Bandcamp


 

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