Elder – Reflections of a Floating World 2017

Elder

Das neue Album wurde in einer kurzen intensiven Kreativphase erdacht und erprobt, es strotzt nur so von Stoner, Prog und Psychopower. Klanglich übergroß, jeder eine kosmische Expedition für sich. Die Gastmusiker Michael Samos und Mike Risberg verstärkten das Trio aus New Bedford/Boston mit zusätzlicher Gitarre, Pedal Steel und Keyboards. Der Sound ist dadurch voluminöser denn je geworden.

Seit dem Debüt von 2008 gehen sie ihren individuellen Weg mit den breit angelegten wuchtigen Songs. „Reflections of a Floating World“ kann als Zeichen von Reife wahrgenommen werden, sie sind angekommen, so sehe ich das. Die vorherrschende Sensibilität des Albums kommt in einer anmutigen Art und baut von Song zu Song auf, bis zum zusammenhängenden Ganzen. Dadurch erwecken sie beim Hörer eine geführte Immersion.

Sie beginnen mit einer Eröffnungssalve mit dem Album-Opener „Sanctuary“, er gibt den Weg vor, auf dem sich „Elder“ breit macht. Was als reiner Stoner-Track beginnt, dreht ab der vierten Minute mehrmals um die eigene Achse um darauf in ein abgrundtiefes Finale zu fallen. Dieses Ausmaß wird – als Ganzes gesehen, zu einem wichtigen Faktor im weiteren Verlauf der gebotenen Musik. Wenn also „Sanctuary“ der Dosenöffner ist, so kommt „The Falling Veil“ mehr mit progressiven Elemente, wobei sich Risberg auf dem Mellotron bekannt macht. Das Intro beginnt mit einem Post-Midpoint-Instrumentalstoß und geht über zur heftigen Riffing-Dosis, das einen plötzlichen Stopp bringt und ins driftende Intro des Kyuss-inspirierten „Staving off Truth“ übergeht. Bei aller Hymnenhaftigkeit der Riffs ruht sich die Band keine zwei Minuten auf einem Part aus. Gleichzeitig verliert keines der Stücke seinen Zusammenhalt, denn alles scheint folgerichtig ineinander verwoben, wobei „Blind“ als Elder’s Kronjuwele glänzt. Dieser Track springt so vielfältig und wuchtig aus den Boxen als würde ein riesiges Containerschiff in die Hafenmauer krachen. Seine ständige Suche in der Progression kitzelt musikalische Empfindungen aus Orten, von den ich nicht einmal wusste, dass es sie gibt. Im Track „Sonntag“, werden Elders grenzenlose kosmische Ambitionen mit einem Abstecher zur Krautrock-Motorik von Neu!, am ehesten deutlich. Als verbringe er die meiste Zeit in der U-Bahn, begleitet von brummenden Bass und staccato Beats. Im Verlauf von fast neun Minuten baut der musikalische Wahnsinn ständig auf, bis mit einem irren Gitarrensoli das Ende kommt. Das grandiose „Thousand Hands“ schließt das Album. Die Band spekuliert nicht lange sondern steigt sofort in die energiegeladene Aufführung ein, begleitet von wuchtigen Beats und sattem Saitenanschlag. Es sind kompakte Neuneinhalb Minuten, monumental ausstaffiert. So ziehen sie ihre Idee von rasanten Rock bis zum Schluss durch. Vom ersten bis zum letzten Track wird es nie langweilig. In welch hohe Sphären will der Fünfer noch vorstoßen, ich lasse mich überraschen! Anscheinend wollen sie mit jedem weiteren Album ihre musikalischen Ebene neu definieren und stetig weiter entwickeln.

Es gibt nur wenige Bands die in einer so erdrückenden Schwere und Vielfalt spielen wie Elder. Die sehr langen, wellenförmigen Tracks schweben mit psychedelischen und progressiven Passagen ein, abenteuerlich und unvorhersehbar mit der Tendenz zur Melodie und Dynamik. Sowas ist zum Markenzeichen der Band geworden, „Reflections of a Floating World“ ist eine echte Wucht.

Das Album erschien am 2. Juni 2017 via Stickman Records als Green Doppel-Vinyl mit Download Code, auch als CD im DigiPak.

STICKMAN RECORDS

Line-up:
Nicholas DiSalvo – Guitar, Keyboards, Vocals
Jack Donovan – Bass
Matt Couto – Drums
Michael Risberg – Guitar
Michael Samos – Pedal steel

Band-Elder

Tracklist:
01 – Sanctuary (11:13)
02 – The Falling Veil (11:12)
03 – Staving Off Truth (10:18)
04 – Blind (13:23)
05 – Sonntag (8:39)
06 – Thousand Hands (9:36)

Elder – Bandcamp

Tourdaten:
14.07.2017 GER – Erfurt, Stoned From The Underground
15.07.2017 PL – Pleszew , Red Smoke Festival
16.07.2017 GER – Hannover, Chez Heinz
17.07.2017 DK – Copenhagen, Pumpehuset
18.07.2017 TBA
20.07.2017 NOR – Tromsö, Bukta Festival
21.07.2017 NOR – Oslo, Blå
22.07.2017 NOR – Fekkefjord, Fjellparkfestivalen
24.07.2017 GER – Hamburg, Hafenklang
25.07.2017 GER – Wiesbaden, Schlachthof
26.07.2017 GER – Berlin, Lido
27.07.2017 NL – Nijmegen, Merleyn
28.07.2017 GER – Siegen, Vortex
29.07.2017 TBA
30.07.2017 F – Paris, Glazart
31.07.2017 GER – Munich, Backstage
01.08.2017 I – Milan, Magnolia
02.08.2017 RUS – Moscow, Volta*
03.08.2017 RUS – St.Petersburg, MOD*
04.08.2017 A – Waldhausen, Lake On Fire Festival
05.08.2017 GER – Beelen, Krach Am Bach
06.08.2017 UK – Bristol, The Fleece
07.08.2017 UK – Edinburgh, Studio 24
08.08.2017 UK – Manchester, Soup Kitchen
09.08.2017 UK – London, Underworld
10.08.2017 UK – Bournemouth
11.08.2017 P – Moledo, Sonic Blast Festival


 

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