Cosmic Fall / Aphodyl – Starsplit 2017

COSMIC FALL - APHODYL

Michael Rentschler präsentiert mit dem „Starsplit“, der am 31. Juli auf Vinyl bei Psyka Records erscheint, zwei interessante Bands aus Berlin. Comic Fall haben sich 2016 gegründet und Aphodyl sind seit 2010 im Rockgeschehen. Die Herangehensweise ist aber doch sehr unterschiedlich. Das heißt; Stoner trifft auf Space und Kraut auf Psych. Für die einen sind „The Machine, Color Haze, Samsara Blues Experiment, Black Rainbows, Monkey3 und Mars Red Sky“ die Einflüsse. Für Aphodyl sind „Jane, Grobschnitt, Hawkwind, Eloy, Tangerine Dream, Klaus Schulze und Pink Floyd“ wichtig. Beide Bands verwenden Elemente der Genres und machen ihr eigenes Ding daraus.

Die vier Nummern von „Starsplit“ sind allesamt über elf Minuten lang. Das gesamte Spektrum beider Bands wird hier offen dargelegt. Kein Wunder, das sie auch immer wieder auf dem Psyka-Festivals vertreten sind. Mittlerweile der Live-Herzschlag dieser Musikart in Südwestdeutschland. Ein Festival und diverse Konzertevents, die aber auch überregional immer bedeutender werden. Michael Rentschler ist auch hier der organisatorisch antreibende Part.

Das Soundpaket bringt auf der A-Seite zwei Tracks von Cosmic Fall. „Overhead Intelligence“ fliegt heran. Zu Beginn noch in verhaltenen Klangfantasien, steigert sich jedoch rauschhaft. Sofort kommt ihre Vision des instrumentalen und man kann beruhigt davon ausgehen, das sie damit ihr gestecktes Soundziel auch erreichen. Verträumte Gitarrenlinien eröffnen den atmosphärischen Reigen, oszillieren hin und her, ziehen hoch und werden dichter, wie ein aufziehendes Gewitter. Die Brachialität wirbelt den Notensatz mit aufkommender Heftigkeit ordentlich durch. Der zweite „Blues at CME“ hat tatsächlich Bluespartikel in den Adern. Im aufbauenden Strudel der Gitarre verliert er auch nie den Faden. Durch den stoischen Bass-und Drumlauf kommt die Unterstützung der aufkommenden Hendrixmanier. Im weiteren Verlauf formen diese Elemente immer differenziertere Momente, mutieren zu auskomponierten Schwebeflächen und nimmt schließlich Gestalt an. Das Wah-Wah überschlägt sich und wird immer rauschhafter in Intensität und Wirkung. Erst dann lässt es an Zügellosigkeit nach und klingt aus. Cosmic Fall präsentieren zwei spannende und sehr gelungenene Klangkörper. Sie zeigen hier, was sie dabei drauf haben.

Die B-Seite startet nun mit den zwei Jam-Tracks von Aphodyl. Wobei im Ersten eine Melodie einfließt, die zuerst offen, aber dann ins verzehrte Fahrwasser abgleitet. Sehr filigran, teils minimalistisch mit Tönen abgestimmt, die genaues Zuhören erfordern. Etwas swingendes steckt in den Passagen und auch zärtlich Feingewebtes weht an die Ohren. Im nächsten Moment kommen Gitarrenleads locker gezupft, brechen ein und verbinden sich zu einem Ganzen. Fast wehmütig und nachdenklich wirken manche Parts als würde die Instrumentierung in Schmerz und Leid eintauchen, was zum heutigen Weltgeschehen wahrhaftig passen würde. Das Ende leitet weich zu „Jam 2“ über als würde eine Drohne einschweben. Doch stattdessen betreten wir eine subatomare Klangwelt, die von den Musikern fein zusammengehalten wird. Diese Klangwelt wird zerlegt, die gespielten Töne gedehnt, das man eigentlich ein regelrechtes Zerfallen befürchten muss. Aber nein, sie kommen an den entscheidenden Punkten immer wieder zu ganz unerklärlichen Wendungen und formen zugleich ein zutiefst kohärentes Ganzes.

Es ist ein souveränes Album geworden. Wir hören hier auf beiden Seiten großartig eingebrachte Musik, was auch das Potenzial der zwei Bands sehr gut wiederspiegelt. Es ist keine Sekunde ein Produkt der puren Nostalgie, es befindet sich ebenso im Hier und Jetzt und hat den Blick zu den Sternen erhoben. Auf „Starsplit“ wird dieser Konsens erweitert und durch beide Bands bestens bespielt. Das legt dazu neue Möglichkeiten und Fragen auf zukünftiges Klangmaterial frei.

Die LP sowie die CD mit erweiterten Bonusmaterial, limitiert auf 500 Exemplare, die bereits am 15. Juli 2017 über clostridiumrecords erscheint, wurde in Zusammenarbeit mit den Underground Äxpärten finanziert und produziert.

UA-logo

Das Album erscheint am 31. Juli 2017 via Psyka Records als Marbled/colored-Vinyl.

Psyka-Logo

Cosmic Fall/Aphodyl-Starsplit – Bandcamp

Tracklist LP:
01 – Overhead Intelligence (A1) – Cosmic Fall (11:12)
02 – Blues at CME (A2) – Cosmic Fall (12:02)
03 – Jam 1 (B1) – Aphodyl (11:10)
04 – Jam 2 (B2) – Aphodyl (12:34)

Line-up Cosmic Fall:
Daniel Sax – Drums
Mathias Thien – Guitar
Klaus Friedrich – Bass

COSMIC FALL-Band

Line-up Aphodyl:
Biene – Drums, Keys, Theremin
Holli – Drums, Guitar
André – Leadguitar
Arno – Bass

APHODYL-Band



 

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