Liquid Orbit – Liquid Orbit 2017

Frontcover

Liquid Orbit kommen aus Bremen. In der aktuellen Formation spielen sie seit dem Frühjahr 2016 zusammen. Allerdings waren die Musiker bereits seit den 90er Jahren in verschiedensten Bands miteinander aktiv. So waren Sir Raven’s Headmachine und Mandra Gora Lightshow Society, die gewissen Vorreiter bei der Wiederbelebung des Psych-Rock in Bremen.

Bereits der Summer Session Track, der im Oktober 2016 auf Bandcamp in digitaler Form erschien, versprach da einiges. Der Song besticht durch sehr viel Feeling im instrumentalen Bereich. Aber auch durch den Gesangspart von Sylvia, deren Stimme wunderbar variierend genau den richtigen Ton trifft und den Mitstreitern Raum lässt um sich an ihren Instrumenten auszutoben.

Das Debüt-Album selbst, besteht aus fünf Songs die alle über sechs bis fast zehn Minuten lang sind. Diese Überlängen liegt den Musikern, da die Strukturen mit Tempowechsel durchzogen sind, was zudem viel Abwechslung in die Songs bringt. Der erste „Time Machine“ eröffnet mit schöner Orgelarbeit. Sylvia kommt dazu und schon wird’s spannend. Im Ablauf wird gleich wieder etwas Tempo rausgenommen, Gitarren und Orgel kommen dazu. Wie ein Instrument groovt die Stimme rein und die Sause geht ab. Der längste Track „Lost“ oszilliert sphärisch ein, wie aus einer fernen Welt kommend. Eine sehr gefühlvolle Stimme kommt in die Leichtigkeit, das kurze Break unterbricht aber das gekonnte Gitarrensoli beruhigt die Situation wieder. Es kommt Geschwindigkeit auf und die Rhythmusfraktion nimmt bis zum Ende fahrt auf.

Mit locker swingender Einführung startet „Everyday Life Depression“. Aber die Instrumente brechen aggressiver dazwischen, genauso wie die Stimme. „Foul Deads“ macht in ähnlicher Art weiter, was aber dann doch wieder anders kommt. Orgel und Gitarre bringen eine wohltemperierte Stimmung, der Raum ist offener. „Hope for a new Summer“ ist experimenteller geraten und beginnt auch dementsprechend. Instrumente suchen und irrlichtern im Klanggefüge. Sie surren, rauschen und suchen nach einem Halt. Nach zwei Minuten startet der Einsatz und Sylvia unterstützt ab jetzt den Soundfluss. Heftiger wie bisher setzten die Instrumente nach, brechen ab zum Flötenintermezzo und spielen in lockerer Spielweise bis zum Ende durch.

Die Mischung die sie zubereiten, hat eine wundervolle Leichtigkeit mit Vocals die sehr berühren. Es gibt wenige Frauen, die ähnlich abwechslungsreich die Vocals einbringen, wie Sylvia. Einmal mit Elan und Druck und dann wieder verträumt und sinnlich. Auch ihre Kollegen sind sehr einfallsreich und ambitioniert in der Instrumentierung. Man entdeckt immer wieder neue Facetten im Sound, der mit einem soliden rhythmischen Gerüst unterfüttert ist und den Raum für feine Gitarrensolos lässt.

In Ihrem Debüt werden Leidenschaft, verfeinerte Song-Arrangements und gelungene Musikalität geboten. Das Album ist mit Psych-Space-Overdrive gemischt und allemal einen Anhörtipp sowie den Kauf wert.

Das Debüt-Album erschien am 13. Dezember 2016 digital auf Bandcamp, von Nasoni Records ab 15. Juni 2017 die limitierte orange colored LP incl. download card, Edition (300) und die Digi-Pack CD.

nasonilogo

Tracklist:
01 – Time Machine (6:45)
02 – Lost (10:10)
03 – Everyday Life Depression (7:01)
04 – Foul Deads (7:54)
05 – Hope for a new Summer (8:50)

Liquid Orbit-Band

Line-up:
Sylvia – Vocals, Flute
Anders – Organ, Synthesizer
Andree – Guitar
Ralf – Bass
Steve – Drums, Percussion

Liquid Orbit – Bandcamp


 

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