Cracked Machine – I, Cosmonaut 2018

Cover-Cracked Machine

Eine Band aus der Grafschaft Wiltshire, gegründet 2015. Wiltshire ist bekannt für seine frühzeitlichen archäologischen Stätten. Stonehenge und Avebury sind hier die bekanntesten neusteinzeitlichen Orte, aber auch Großbritanniens. Der Spitzname der Einwohner ist „Moonraker“, was hervorragend zu ihrer Musik passt. Bereits auf dem Albumcover scheint ein Heel-Stein magisch abzuheben. So gibt es auch in dieser Musik Strukturen, in denen jede Zeit aufgehoben zu sein scheint und uns mitnimmt zu einer geheimnisvollen Reise. Die vier Druiden spielen sehr filigran und zauberhaft, aber nie zu hektisch.

Der Opener „Twin Suns Rising“ setzt schon mal die erste Duftmarke zu dem was in fünf weiteren Tracks folgen wird. Die Klangmalerei beginnt zaghaft zum Anflug des Steins, leicht schwebend die Instrumentierung, was sich aber nach einer Minute schlagartig ändert. Die Gitarren nehmen an fahrt zu, spacig gehts zur Sache, dazu der pumpende Bass und die unermündlich schlagenden Drums. Das zweite Stück „New Vostok“ ist nicht weniger spannend. Raffiniert spannt sich der Melodiebogen durch den fetten Sound. Der Sound ändert immer wieder die Richtung in wechselnden Dichte die sich da auftürmt. Mit „Baikonur Cosmodrome“ kommt etwas Ruhe in das wunderbare Geflecht von hüpfenden Rhythmen. Es ist eine sprudelnde Vielfalt die zeigt wie viel Kraft und Einfühlungsvermögen hinter dieser Musik der Band steht. Jetzt der Titeltrack „I, Cosmonaut“ mit den eingestreuten Vocals von Clive Noyes. Die Stimmung ist etwas düster in der gedrosselten Geschwindigkeit, aber er groovt gut vorwärts. Die Gitarrenriffs sägen durch den Äther mit solch wilder Eindringlichkeit das einem Schwindlig wird beim zuhören. Es zieht hoch und wieder abwärts ins Getöse. Das nachfolgende „Svetlana“ ist eine Fortsetzung des Vorgängers. Die Verbindung aus beidem ergibt einen sehr homogenen, in dieser Intensität selten dagewesenen Klangteppichs. Kein Synthesizer versaut die Stücke, es sind leichte Keys die getupft reinlaufen und aufhellen, bis sich schließlich die Gitarren eruptiv entladen. Der letzte „Transorbital“ bewegt sich souverän mit sanften Klängen durch den Raum, alles scheint in Schwerelosigkeit zu versinken. Eine wunderbar relaxte Nummer bis zur siebten Minute, dann durchbrechen Gitarren das Gefüge und malträtieren den Gehörgang aber so gekonnt das man nur ins Staunen kommt. Diese vier überirdischen Hohenpriester beherrschen ihr Ritual bis ins kleinste Detail. Ein würdiger Abschluss ihrer musikalischen Phantasien.

Die vier zaubern einen facettenreichen Sound, der gefühlvoll einen Raum öffnet für das feine Spiel des Lichts, das sich im Bierglas bricht. Die eingebauten Soli sind sehr hörenswert und entwickeln eine Sogwirkung der man sich kaum entziehen kann. Da hat Michael Rentschler eine feine Truppe entdeckt.

Das Album erschien am 1. Mai 2018 auf CD sowie auch als Black und Blau-Tranparent-Vinyl inkl. Download Code via PsyKA Records.

LP: Cracked Machine i-cosmonaut-LP

CD: Cracked Machine i-cosmonaut-CD

Psyka-Logo

Tracklist:
01 – Twin Suns Rising (7:12)
02 – New Vostok (6:56)
03 – Baikonur Cosmodrome (7:49)
04 – I, Cosmonaut (6:44)
05 – Svetlana (6:25)
06 – Transorbital (10:40)

Cracked Machine-Band

Line-up:
Bill Denton – Guitar
Chris Sutton – Bass
Clive Noyes – Keys/Vocals
Blazej Gradziel – Drums

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